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7. Oktober 2026 · Neues aus der Praxis

Darf ich das haben? Zwei Familienhefte zur Gemini-App und zum eigenen YouTube-Kanal

Irgendwann kommt die Frage, mal beiläufig beim Abendessen, mal nach Wochen Anlauf: „Darf ich Gemini aufs Handy?“ Oder: „Darf ich einen eigenen YouTube-Kanal?“

Ja oder Nein ist schnell gesagt. Nur weiß danach oft keiner, was der andere eigentlich wollte und wovor er sich Sorgen macht. Für genau diese Situation sind zwei Familienhefte entstanden, eines zur Gemini-App und eines zum eigenen YouTube-Kanal. Beide liegen ab heute bei den Materialien bereit.

Titelseiten und Innenseiten der beiden Familienhefte, aufgefächert auf petrolfarbenem Grund. Daneben: Darf ich das haben? Reden, abwägen, abmachen.

Worum es in den Heften geht

Die Hefte sind aus einer Beratung entstanden. Elternteil und Kind arbeiten sie gemeinsam Schritt für Schritt durch. Zuerst wird geklärt, was in Österreich überhaupt erlaubt ist. Dann schreiben beide auf, was sie wollen und was ihnen Sorgen macht, jede und jeder auf einer eigenen Seite. Danach werden mögliche Lösungen bewertet, und am Ende steht eine Abmachung, die beide unterschreiben.

Das Kind wird gehört, die Entscheidung trifft der Elternteil. Das steht schon auf der ersten Seite, zusammen mit der Bedingung dafür: Entschieden wird erst, wenn alles gesagt ist, und immer mit einer schriftlichen Begründung.

Hinter dem Wunsch steckt ein Bedürfnis

Ein Kind, das nach einer App fragt, fragt selten nur nach der App. Dahinter steht etwas anderes: dazugehören, weil die anderen es auch haben. Selbstständiger werden. Mit dem gesehen werden, was man kann. Wer nur über die App redet, redet an diesem Bedürfnis vorbei, und das Kind merkt das.

Darum fragt das Heft zuerst nicht, ob, sondern warum. Das Kind schreibt auf, wofür es die App möchte und was ihm dabei wichtig ist. Der Elternteil schreibt auf, was ihm Sorgen macht und was er am Wunsch des Kindes gut findet. Erst wenn beide wissen, worum es dem anderen eigentlich geht, werden die Lösungen bewertet, und zwar daran, ob sie diesen Bedürfnissen gerecht werden.

Es nimmt auch ernst, dass Kinder solche Fragen heimlich lösen können. Ein falsches Geburtsdatum ist schnell eingetippt. Darum beginnt das Gespräch mit einem Satz an das Kind: „Danke, dass du gefragt hast, statt es heimlich zu machen.“

Was in den Heften steht

  • Was in Österreich unter und ab 14 gilt, nach dem Gesetz und nach den Regeln von Google und YouTube, jeweils mit Quelle
  • Je eine Seite für Kind und Elternteil, auf der beide für sich aufschreiben, was sie wollen und was sie beschäftigt
  • Mögliche Lösungen mit dem, was dafür und was dagegen spricht, auch die mit dem älteren Geburtsdatum
  • Eine Abmachung mit Begründung, Regeln für den Alltag und einem Datum, an dem neu entschieden wird
  • Eine Liste aller Quellen, zuletzt geprüft am 7. Oktober 2026

Die Lizenz ist Creative Commons Namensnennung 4.0: Sie dürfen die Hefte verwenden, verändern und weitergeben. Wie bei allen Materialien hier gibt es keine Registrierung, kein Formular und keinen Newsletter.

Wenn Fragen offen bleiben

Das Heft lässt sich ganz allein durcharbeiten. Bleibt etwas unklar, hilft ein Beratungsgespräch: Sie schreiben Ihre Fragen auf, schicken mir die ausgefüllten Seiten, und wir klären den Rest am Telefon, online oder persönlich.

Der Anfang einer Reihe

Gemini und YouTube sind die ersten beiden Familienhefte, aber nicht die letzten. Weitere Hefte zu anderen Apps kommen laufend dazu.

Die Hefte und alle weiteren Materialien finden Sie gesammelt unter malziland.at/tools.